Sonntag, 15.6.2014  12:30-13:25

Proteste gegen Unterdrückung, Zerstörung, Gewalt und Kapitalismus: Blockupy und "Der EuroTier entgegentreten"

Infoveranstaltung - Bündnis "Tierbefreiung goes Blockupy" und N.N.

'Animal Liberation!' steht auf den Blogs, Flyern, T-Shirts und Stickern der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung. Vieles ist bei diesen Kämpfen noch weitestgehend Forderung, ohne gemeinsam die Bedingungen herausgearbeitet zu haben, unter denen Tierbefreiung überhaupt möglich ist. Man kann bekanntlich nicht nur von Befreiung sprechen. Man kann nur sagen, dass jemand von etwas befreit wird. Tiere sollen wie Menschen von Unterdrückung, gesellschaftlich organisierter Gewalt und Ausbeutung befreit werden. Aber warum werden Tiere überhaupt unterdrückt, in Ställe gesperrt, in Schlachthäusern umgebracht oder in Laboren in Experimenten vernutzt? Erst langsam beginnt die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung die Ursachen zu analysieren und diskutiert das gesellschaftliche Mensch-Tier-Verhältnis vor dem Hintergrund der kapitalistischen Produktionsverhältnisse. Diese Diskussion und auch unsere politische Praxis ist aber nicht in der Lage, einmal die notwendige radikale Gesellschaftsveränderung herbeizuführen, wenn die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse nicht zusammen mit den Aktivist*innen der anderen emanzipatorischen Kämpfe analysiert und bekämpft werden. Unter dem Bündnisnamen Blockupy haben sich verschiedene kapitalismuskritische bis antikapitalistische Gruppen und Bewegungen 2011 zusammengetan, um gegen die Krisenpolitik der herrschenden Klasse anzugehen, die nun auch in Europa die Zerstörung und das Elend des Kapitalismus für immer mehr Menschen spürbar macht. Tiere und Natur, ohnehin vom kapitalistischen Ausbeutungssystem nur als Material ge- und verbraucht, um die Profite der herrschenden Klasse zu vergrößern, werden wahrscheinlich durch die krisenpolitischen Maßnahmen wie die Troika-Politik und das TTIP zukünftig sogar unter noch schlimmeren Bedingungen genutzt, verletzt und getötet. Tierbefreier*innen hatten sich seit Beginn der Blockupy-Proteste an diesen beteiligt, um eine Zusammenarbeit mit anderen Kämpfen der antikapitalistischen Linken anzustoßen bzw. fortzuführen. Im Herbst 2013 wurde von verschiedenen Tierrechtler*innen und Tierbefreier*innen das Bündnis Tierbefreiung goes Blockupy gegründet, um diese bewegungsübergreifende und transnationale Zusammenarbeit verstärkt zu unterstützen. Der erste Teil dieser Infoveranstaltung soll über Blockupy, Tierbefreiung goes Blockupy und anstehende Projekte und Proteste informieren.

Ein Projekt soll hierbei besonders hervorgehoben werden, und dies bildet den zweiten Teil dieser Infoveranstaltung: Die geplanten Proteste gegen die Messe EuroTier, die im Rahmen von Tierbefreiung goes Blockupy stattfinden sollen.

Im zweijährlichen Rhythmus treffen sich Landwirte, Züchter, Produzenten, Verarbeiter, Händler, Investoren, staatliche Behörden und ein interessiertes Fachpublikum aus aller Welt, die allesamt Profit aus der "Tierproduktion" schöpfen, in Hannover zur Fachmesse EuroTier. Dort werden "die neuesten Trends und Innovationen im Bereich Tierhaltung, Management und Dienstleistungen" vorgestellt. Alle branchenführenden und nachgeordneten Unternehmen stellen ihre Produkte auf dem Messegelände Hannover vom 11.-14. November 2014 aus und sich vor.

Wir rufen zu Protesten gegen die EuroTier-Messe 2014 auf! Gegen die Ausbeutung von Tieren und Menschen! Gegen Naturzerstörung und kapitalistische Verwertungslogik! Damit Unterdrückung und Tötung kein Geschäft bleibt! Nach einem Input über die Messe werden wir über den geplanten Widerstand berichten.

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