Samstag, 14.6.2014  11:00-11:55

Tierkapital, Spezieszugehörigkeit und soziale Ungleichheit.
Materielle, ideelle und sozialstrukturelle Aspekte des gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verhältnisses

Vortrag - Melanie Bujok

Der Vortrag stellt einige Ergebnisse aus dem gleichnamigen Beitrag des Sammelbandes "Das Mensch-Tier-Verhältnis" vor, die interessant für die Weiterarbeit an der Gesellschaftsanalyse sein könnten . Das Mensch-Tier-Verhältnis wird dort im Rahmen der sozialen Ungleichheitsforschung diskutiert. Zum einen wird erörtert, ob Tiere eine eigene Sozialkategorie im Sinne der Ungleichheitsforschung darstellen, d.h. ob gesagt werden kann, dass Tiere von sozialer Ungleichheit betroffen sind. Auf der Grundlage klassischer und neuerer Fachliteratur werden Parallelen, aber keine Identität zu den sogenannten Randgruppen oder zu der im kapitalistischen Produktionsprozess ausgebeuteten Klasse der Lohnarbeiter festgestellt. Zum anderen wird anhand der Kapitaltheorien von Marx und Bourdieu aufgezeigt, dass Tiere als Kapital und Ressource für die Herstellung, Darstellung und Stabilisierung von sozialen Ungleichheiten zwischen Menschen eingesetzt werden. Das machtstiftende Potenzial des "Tierkapitals" wird dabei aus dem Machtverhältnis gegenüber Tieren und ihrer gesellschaftlichen Ungleichheit erklärt.

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